Wettbewerb allg.

Inhalt - Einführung - Niedergelassene Ärzte - Spezifische Folgen - Gemeinschaftspraxis - Generelle Folgen - Ausblick - Literatur

1 Einführung in den Wettbewerb

1.1 Definition von Wettbewerb 1.2 Verlauf von Wettbewerbsprozessen bei Ärzten

1 Einführung in den Wettbewerb

1.1 Definition von Wettbewerb

Im allgemeinen Sprachgebrauch umfasst Wettbewerb jede Form des Wettstreitens, z.B. zwischen Parteien um Wählerstimmen oder zwischen Interessensgruppen um Vergünstigungen. In der Wirtschaft ist der Wettstreit verschiedener Anbieter um die Nachfrager gemeint. Ein anderer Sektor, in dem Wettbewerb eine wichtige Rolle spielt, ist das Bauwesen: Dort tritt er beispielsweise in einem organisierten Konkurrenzkampf zwischen Architekten um den besten Entwurf für ein Bauwerk auf. Schließlich existiert auch im Sport Wettbewerb und wird über Turniere ausgetragen . Grundsätzlich bestehen folgende zwei Hauptwettbewerbsarten: Der Qualitätswettbewerb und der Preiswettbewerb. Der Begriff „Wettbewerb zwischen Ärzten“ lässt sich in Wettbewerb zwischen niedergelassenen Ärzten und Wettbewerb zwischen Partnerschaften und Gruppenpraxen unterteilen. Der Wettbewerb zwischen Ärzten spiegelt sich bei der Auswahl des Niederlassungsortes und bei dem „Kampf“ um Patienten wieder. Bei den Partnerschaften beziehungsweise Gruppenpraxen differenziert man zwischen intraspezifischem und interspezifischem Wettbewerb.

1.2 Verlauf von Wettbewerbsprozessen bei Ärzten

Copyright: Rainer Sturm / www.pixelio.de

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Der Wettbewerbsprozess bei Ärzten weißt viele Analogien zum generellen Verlauf von Wettbewerbsprozessen in Wirtschaftsmärkten auf, beinhaltet aber stets Spezifika des ärztlichen Dienstleistungsmarktes. Zunächst muss es einen Anstoßeffekt für einen intensiveren Wettbewerb geben, der sich beispielsweise durch die Zunahme der Ärztezahlen oder durch die Beschränkung der Gesamthonorarsumme ausdrückt. Die Folgen des erhöhten Wettbewerbs sollten spürbar für den Markt sein und bestimmte Auswirkungen auf die Marktteilnehmer haben. Dies zeigt sich auf dem Arztleistungsmarkt in einer Stagnation des Einkommens und dem eventuellen Rückgang der Patientenanzahl. Daraufhin findet in der Regel eine Anbieterreaktion statt, die zumeist preispolitischer Natur, also Preissenkung, ist und darüber hinaus erhöhte Marketinganstrengungen auf der Gegenseite beinhaltet. Auf dem ärztlichen Dienstleistungsmarkt sind die Preise gegeben, weshalb die Anbieterreaktion oft eine Ausweitung der Mengen und somit eine angebotsinduzierte Nachfrage ist. Im Folgenden entwickeln die Anbieter differenzierte Wettbewerbsstrategien, z.B. durch Erweiterung des Leistungsspektrums. Ein weiterer „Ausweg“ von zu großer Konkurrenz zwischen Ärzten ist die Spezialisierung auf einen bestimmten Bereich oder die Gruppentherapie. Des Weiteren ist die gezielte Patientenselektion zu erwähnen, die jedoch mit Vorsicht zu betrachten ist. Diese ersten vier beschriebenen Schritte können zeitlich versetzt auch öfters vorkommen, bis schließlich die Wettbewerbsintensivierung so sehr zunehmen könnte, dass die Anbieter gezwungen werden vertikal zu kooperieren, was zu einer neuen Wettbewerbsqualität und Dynamik führt. Auf dem Arztleistungsmarkt kann man eine solche Kooperation in Gemeinschaftspraxen, aber auch in einer Kooperation mit anderen Anbietern von Gesundheitsleistungen, wieder finden. Allerdings ist zu beachten, dass die Ärzte teilweise aufgrund von Markteinflüssen eine Gemeinschaftspraxis eingehen müssen, was im Widerspruch zu allgemeingültigen Werten und Moralvorstellungen von Ärzten steht: Die Kollegialität wird in diesem Fall nicht vom Standesrecht verordnet, sondern vom Markt bestimmt. Inhalt - Einführung - Niedergelassene Ärzte - Spezifische Folgen - Gemeinschaftspraxis - Generelle Folgen - Ausblick - Literatur

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