Monopol für deutsche Apotheker

Laut einem Urteil des europäischen Gerichtshofes dürfen Apotheken weiterhin ausschließlich von Pharmazeuten betrieben werden. Demnach ist das deutsche Apothekengesetz ist mit dem EU-Recht vereinbar und muss nicht geändert werden. Der Besitz und Betrieb einer Apotheke darf hierzulande nur Apothekern vorbehalten bleiben.

Die niederländische Versandapotheke Doc Morris tut sich somit weiterhin schwer, in den deutschen Markt einzutreten. Momentan ist das Unternehmen in der Bundesrepublik nur mit Lizenzbetrieben präsent, deren Eigentümer deutsche Pharmazeuten sind. Ein Apotheker darf nach deutschem Recht nur eine Apotheke führen und maximal drei Filialen besitzen. Insgesamt ist der deutsche Apothekenmarkt weiterhin „geschlossen“ und eine Liberalisierung bleibt vorerst aus. So

kaufte der Pharmahändler Celesio die niederländische Versandapotheke DocMorris im Jahr 2007 für rund 200 Mio. Euro und plante den Aufbau einer Apothekenkette in Deutschland. Aber auch Drogerieketten und Lebensmitteleinzelhändler warteten auf die Marktöffnung.Die Apotheker können weiterhin ihr seit 800 Jahren bestehendes Monopol behalten: "Das ist ein guter Tag für den Verbraucher- und Patientenschutz in Deutschland und Europa", sagte Verbandschef Fritz Becker. Viele Experten sind jedoch der Meinung, dass ein offener Wettbewerb die teilweise enorm hohen Arzneimittelpreise senken könnte.

Auch Bundesgesundheitsministerin Ulla Schmidt (SPD) begrüßte das Urteil: "Die Apotheke im Eigentum des Apothekers sichert in Deutschland eine von Kapitalmarktinteressen unabhängige Arzneimittelversorgung"

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